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Einen eigenen Podcast erstellen: Die Podcast Anleitung für Unternehmen in 2024

Podcasts sind Audio-Dateien, die online gestreamt oder heruntergeladen werden können und regelmäßig zu einem bestimmten Thema erscheinen. Das Format erfreut sich aktuell größter Beliebtheit:

Die durchschnittliche Hördauer eines Konsumenten liegt bei 4 Stunden pro Woche (Quelle). Vor allem Zielgruppen mit einem hohen Bildungsgrad und gutem Verdienst nutzen gerne Podcasts, um sich umfangreich informieren zu können.

Denn: Podcasts passen perfekt in unsere Zeit. Man kann sie überall und einfach so nebenbei hören. Ob beim Pendeln zur Arbeit, beim Spazierengehen, beim Staubsaugen, beim Sporteln oder abends zum Einschlafen – ein Podcast kann jederzeit passiv konsumiert werden. Es ist also kaum verwunderlich, dass auch immer mehr Unternehmen auf diesen Trend aufspringen und für sich nutzen wollen!

Eines ist klar, um einen guten Podcast zu produzieren, reicht es nicht einfach drauf Loszulabern!

Welchen Faktoren Du für einen erfolgreichen Podcast beachten solltest und wie ein Podcast zu einem Boost für Dein Unternehmen werden kann, erfährst Du in diesem Artikel.

Die perfekte Grundlage: Das Format

Es gibt verschiedene Formate, die noch nicht viel über den Inhalt des Podcasts aussagen. Es geht eher um die Struktur und genau diese sollte schon vorab festgelegt werden. Das erleichtert Dir die Arbeit und verrät dem Hörer, was ihn erwartet.

Das Festlegen eines Formats dient vor allem dazu, dass Du das richtige Format für Deine persönliche Zielgruppe finden und nutzen kannst.

Solo-Podcast und Interview Podcast

Das einfachste Format ist dabei der Solo-Podcast. Bei einem Solo-Podcast kannst Du Dein Wissen direkt an den Hörer weitergeben. Alternativ kannst Du mit einem Co-Moderator starten.

Noch breiter gefächertes Wissen kannst Du vermitteln, wenn Experten aus verschiedenen Fachbereichen interviewt werden, dabei kennen sie sich in ihrem jeweiligen Gebiet sehr gut aus und ergänzen sich gegenseitig.

Das hat den Vorteil, dass Du nicht alles allein recherchieren musst, sondern Abwechslung hinein bringst und die Reichweite des Interviewpartners dazu gewinnst. ‚

Fiction-Podcast

Ein Fiction-Podcast, der sehr an ein Hörbuch erinnert, eignet sich nur bedingt für Unternehmen. Es sei denn, du möchtest genau das werden: ein Geschichtenerzähler.

Storytelling-Podcasts sind ähnlich erzählerisch aufgebaut, können sie aber auf echte Geschehnisse, zum Beispiel aus Deiner Branche, beziehen.

Corporate Podcast

Corporate Podcasts sind eindeutig mit einem Unternehmen verbunden. Sie sind wie Content Marketing in Form von Blogartikeln oder Social Media und etablieren den Produzenten als (unterhaltsamen) Experten auf seinem Gebiet.

Außerdem bauen sie eine Verbindung zwischen dem Kunden (dem Hörer) und Anbieter (dem Produzenten des Podcasts) auf.

Sonstige Formate

Wenn Du im publizistischen Bereich aktiv bist, könnte sich auch ein News-Podcast anbieten, und wenn Du es sachlicher magst, produziere einfach einen Bildungspodcast!

Die richtige Länge für einen Podcast

Wer einen Podcast hört, ist bereit dazu, sich über längere Zeit mit einem Thema zu befassen. Diese Person möchte sogar meist ganz bewusst für eine Weile beschäftigt sein. Doch es darf sich nicht zu sehr in die Länge ziehen!

In dieser Auflistung seht ihr welche Podcast Längen gängig sind (grobe Richtwerte):

  • Kompakte News oder die Beantwortung einer Frage mit konkreter Lösung: 20 Minuten
  • Solo-Podcast oder Interview: 30 – 45 Minuten
  • Renommierter Gast mit viel Reichweite; Fiction-Podcast: ca. 60 Minuten
  • Storytelling-Podcasts: länger als 60 Minuten, maximal 120 Minuten

Regelmäßige Veröffentlichungen

Regelmäßigkeit ist vor allem dann wichtig, wenn sie versprochen wurde und wenn man als Unternehmer Professionalität ausstrahlen und Vertrauen aufbauen möchte.

Wer einen Podcast gefunden hat, dessen Themen und Moderation er mag, der wartet jedes Mal gespannt auf die nächste Folge. Oft wird ein Podcast sogar in die feste Wochenroutine eingebaut!

Wenn dann nichts mehr kommt, ist der Abonnent enttäuscht, während der Algorithmus das Ranking des Streaming-Anbieter einen ordentlichen Tritt nach unten verpasst. Denn: Wer regelmäßig neue Folgen hochlädt, wird im Ranking nach oben gestuft und einem breiteren Publikum empfohlen!

Die Stimme macht die Musik

Ob und wie viele weitere Sprecher Du in Deinem Podcast einlädst, darf von Folge zu Folge variieren, solange Du vorab ankündigst, wer dabei ist und warum.

Wichtig ist aber vor allem, dass alle Gäste und Moderatoren für eine Podcast-Aufnahme geeignet sind. Sie sollten deutlich und flüssig sprechen können, nicht nervös werden, eine interessante und sympathische Persönlichkeit haben, sich mit der Zielgruppe und dem Thema in der Tiefe auskennen und auch auf spontane Fragen und Themenwechsel eingehen können.

Im besten Fall bringen sie bereits eine eigene Reichweite mit. Für die eigentliche Organisation sollten sie zuverlässig und gut erreichbar sein. Doch auch ein starker Dialekt könnte eher abschreckend wirken, außer der Podcast dreht sich um Mundart.

Wenn Du mit einer Person sprichst, die Du bereits kennst, entwickelt sich das Gespräch noch einmal etwas flüssiger. Dann darf Du jedoch nicht vergessen, dass immer noch externe Zuhörer dabei sind. Zu private Gespräche sollten also gemieden werden!

Aufnahmeort schafft Qualität

Der vermutlich am meisten vernachlässigte Punkt: Der Aufnahmeort. Der Ort der Aufnahme hat Auswirkungen auf den Sound und das Feeling des Podcasts. Ein Interview auf einer Messe weist zum Beispiel einen gewissen Lautstärkepegel im Hintergrund auf. Der Raum sollte deshalb lieber keinen Hall oder Echo auslösen.

Sowohl für den Klang als auch für die Stimmung im Podcast sollte man sich deshalb in einer angenehmen Raumatmosphäre befinden.

Der Hörer sieht die Umgebung zwar nicht (außer, es wird zusätzlich ein Video aufgenommen), doch für Dich als Moderator hat es nur Vorteile und steigert damit die Qualität Deines Podcasts. Perfekt wären also eine Sprecherkabine oder ein Tonstudio mit gemütlicher Einrichtung.

Hochwertige Technik

Dein Podcast kann der beste Podcast der Welt sein. Doch wenn die Aufnahmetechnik mangelhaft ist, ist der gesamte Podcast vergebene Liebesmüh. Heutzutage sind Konsumenten einen guten Klang gewohnt und schalten bei schlechter Qualität einfach weg, auch wenn sie der Inhalt interessieren würde.

Gute Podcast-Mikrofone gibt es bereits ab 250 Euro. Zusätzlich solltest Du ein XLR-Audiokabel und ein Aufnahmegerät, zum Beispiel das portable Zoom H6 für Deinen Podcast kaufen. Alternativ können die Mikrofone per USB an einen Rechner angeschlossen werden und der Ton über ein Recording Programm aufgezeichnet werden.

Zum Aufzeichnen und Bearbeiten eignet sich beispielsweise Audacity, ein beliebtes Open-Source-Programm für den Einstieg.

Jede Person, die im Podcast spricht, sollte idealerweise ein solches Setup haben. Für noch mehr Flexibilität und Qualität solltest Du Deine eigene und die Stimme Deines Gegenübers auf separaten Audiospuren aufnehmen. Sollte es ein Problem mit einer Tonspur geben, hast Du immer noch die anderen Tonspuren zur Verfügung!

Übrigens: Video-Chat-Software, wie Skype oder Zoom eignet sich nur eingeschränkt zum Aufnehmen von Podcasts. Diese solltest Du eigentlich nur für die Kommunikation zwischen Dir und Deinem Interview-Partner nutzen und nicht als Aufzeichnungssoftware für das Gespräch.

Nachbearbeitung für das beste Ergebnis

Eine Nachbearbeitung kann äußerst hilfreich sein, um kleine Fehler im Sound auszubessern. So kann man mit einem parametrischen Equalizer Feinheiten im Sprachklang anpassen, ohne die Stimme zu verzerren.

Ein wenig Hall kann hinzugefügt werden, wenn der Podcast wissenschaftlich kühl klingen soll. Der Sound kann aber auch »wärmer« gemacht werden, wenn Du ein Wohnzimmeratmosphäre schaffen möchtest. Diese Aufgabe sollte jemand übernehmen, der sich mit Mastering auskennt.

Als Feinschliff können noch Störgeräusche aus dem Hintergrund entfernt werden. Nicht zu vernachlässigen ist auch der Sprachfluss: Längere Pausen im Gespräch, Versprecher oder Dopplungen sollten herausgeschnitten werden.

Zusätzlich kannst Du noch ein Intro und/oder Outro hinzufügen, denn: Gesprochenes in Kombination mit Musik kommt immer gut an. Daran kann der Podcast wiedererkannt werden und du kannst ankündigen, was in dieser und in der nächsten Folge passiert!

Distribution über den Hoster

Wer einen Podcast veröffentlichen möchte, benötigt dafür einen Podcast-Hosting-Dienst. Dieser sorgt dafür, dass Dein Podcast auf allen Plattformen im richtigen Format und mit den richtigen Metadaten zugänglich wird. Ein Hoster bietet Dir außerdem zentrale Statistiken sowie Speicherplatz.

Anbieter sind beispielsweise Libsyn, Podigee, Podbean oder Simplecast. Diese veröffentlichen deine Folgen auf Spotify, Apple Podcast, Audible oder PocketCasts. Die Kosten sind dabei meist gestaffelt: Man kann günstig starten, doch wer viel erreichen möchte, sollte in einen guten Service investieren.

Achtung: Hoster übernimmt nicht das Marketing

Den Podcast einfach nur in den Streaming-Diensten verfügbar zu machen, genügt aber nicht. Nutze weitere Kanäle Deines Unternehmens, um auf den Podcast aufmerksam zu machen. Regelmäßige Postings auf den sozialen Medien sollten das Minimum sein!

Werbe für Deinen Podcast außerdem auf Branchenveranstaltungen, auf eigenen Werbeflächen, wie Deiner Website oder in Broschüren, oder bei größeren Unternehmen auch intern. Das Zuhören kann die Bindung der Mitarbeiter an ihren Arbeitgeber stärken.

In klassischen Medien wie Zeitungen oder TV-Spots ist Werbung für Podcasts aber eher nicht zu empfehlen. In Special Interest Zeitschriften kann sich eine Anzeige aber durchaus lohnen.

Umfangreiche Analytics für mehr Erfolg

Wie bei allen Marketing-Maßnahmen musst Du die Kennzahlen Deines Podcasts analysieren: Wer hört ihn? Wann? Von wo? Wie lange? Und wie viele neue Abonnenten kamen hinzu? Nutze dieses Wissen, um Inhalt und Werbung zu optimieren!

Eine besonders wichtige Kennzahl bei Podcasts ist die Retention Rate. Sie sagt aus, wie viel Prozent der Zuhörer vom Anfang einer Zeitperiode bis zum Ende geblieben sind. Das kann man auch auf die Abonnentenzahl im Zeitverlauf beziehen.

Bei einem Podcast meint die Rate aber, wie viele Personen Deine Podcast-Folge bis zum Ende hören. Sie kann beispielsweise gesteigert werden, wenn Highlights schon zu Beginn angeteasert werden.

Aber Achtung: Es ist immer möglich, dass ein Hörer schlichtweg keine Zeit mehr hatte und daher die Episode abbrechen musste, auch wenn er oder sie gerne weiter gehört hätte.

Podcasten lernen: Professionell und einfach

Wenn Du mit Deinem Podcast wirklich durchstarten willst, solltest Du Dich intensiv mit dieser Form des Journalismus beschäftigen und die Produktion professionell lernen. Wenn Du noch nie einen Podcast erstellen hast, empfehle ich Dir deshalb zuvor einen Workshop zu besuchen oder dir das nötige Wissen anzueignen.

Tagesseminare und Inhouse-Schulungen zum Thema Podcasting biete ich über meine Akademie an. Wir steigen tiefer in die Technik ein, du erfährst alles Wichtige über Mikrofone, die Nachbearbeitung und erhältst die inhaltliche Grundlage für deinen Podcast.

Brauchst Du mehr Informationen oder einfach nur ein wenig Unterstützung? Dann freue ich mich auf Deine Kontaktaufnahme!